Matomo Ohne Tracking Nutzen

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Matomo
Server Log Files

Neben dem normalen Tracking bietet Matomo (vormals Piwik) auch die Möglichkeit die vom Webserver generierten Zugriffs-Logfiles zu verarbeiten.
Die Vorteile dieser Methode:
Es werden lediglich die ohnehin vorhandenen Daten des Webservers genutzt. Der Einbau eines Trackingcodes auf Euren Seiten entfällt.
Damit ist das Auswerten der Besucher deutlich datenschutzfreundlicher als die Auswertung per Trackingcode.

Die Nachteile:
Dadurch das ihr die Logfiles des Servers quasi nachträglich importiert, entfällt die Möglichkeit Besucher in Echtzeit zu beobachten.

Obwohl dieses Verfahren wie eingangs erwähnt datenschutzfreundlicher als das Tracking per Code, solltet ihr dennoch die IP Adressen (auch für die Geolokalisierung) anonymisieren.
Die Privatsphäre Einstellungen sind bei mir so, als ob ich die Besucherdaten per Tracking auswerten würde.

Voraussetzungen

Um diese Art der Auswertung zu benutzen, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ihr benötigt Zugriff auf die Logfiles des Webservers für Eure Domain
  • Auf dem Webserver muss Python installiert sein
  • FTP Zugriff zu Eurem Webspace
  • Euer Hoster erlaubt das Ausführen von Bash Dateien.
  • Im Idealfall habt Ihr die Möglichkeit, Cronjobs einzurichten.

Die Importdatei

In einem Texteditor Eurer Wahl erstellt Ihr eine Datei mit dem untenstehenden Inhalt und speichert diese Datei als matomo_import.sh ab. Wichtig ist hier nur die Endung 'sh'. Den Dateinamen könnt ihr selber wählen.


#!/bin/bash

base_dir=/Pfad_Zum_Skript

cd $base_dir

log_file=`find /Pfad_zu_den_Serverlogfiles/access_log*.gz -type f -mtime -2`

echo '*******************************' > /Pfad_zum_Logfile_des Datenimports/matomo_results

echo 'LOG IMPORTIERUNG '$log_file >> /Pfad_zum_Logfile_des Datenimports/matomo_results

/usr/bin/python3 /Pfad_Zu_Eurer_Matomo_Installation/misc/log-analytics/import_logs.py --token-auth=123456789 --url=https://URL_Zu_Eurer_Matomo_Installation --idsite=IDderSeite --recorders=4 --enable-http-errors --enable-http-redirects --enable-static --enable-bots $log_file >> /Pfad_zum_Logfile_des Datenimports/matomo_results/scripts/logs/blog_results

echo '*******************************Ende' >> /Pfad_zum_Logfile_des Datenimports/matomo_results


Die ID Eurer Seite seht ihr im Matomo Backend. Normalerweise ist das bei einer Seite immer ID=1. Den Token könnt Ihr Euch ebenfalls direkt in der Matomo Oberfläche generieren lassen.
Den Pfad zum Logfile und zum Skript müsst ihr ebenfalls noch anpassen.
So könnt ihr das Skript (die sh) Datei zum Beispiel in ein Verzeichnis 'MatomoImport' hochladen. Die Logfiles könnt Ihr in ein Unterverzeichnis von 'MatomoImport' hochladen - zum Beispiel 'MatomoImport/logs'

Wichtig ist die Zeile die mit 'log'file' beginnt.

In meinem Fall werden die Serverlogfiles des Vortages immer morgens um 04h00 als access_log1.gz im Verzeichnis der Serverlogs abgelegt.
Die Zeile mit dem 'log_file' am Anfang, selektiert das Logfile des Vortages. Evtl. müsst ihr den Wert bei '-mtime -2' auf '-mtime -1' anpassen. In meinem Fall klappt das mit der '2' ohne Probleme. Wichtig dabei ist, dass ihr das sh Skript erst laufen lasst, nachdem die Serverlogdatei für den Vortag vom Webserver generiert wurde.
Da die gz Datei bei mir um 04h00 generiert wird, lasse ich das Skript um 05h00 laufen.

Habt ihr die Anpassungen vorgenommen, ladet ihr die sh Datei auf Euren Webspace hoch und setzt '755' als Dateirecht. Ansonsten kann die Datei nicht als Cronjob ausgeführt werden.
Nun richtet Ihr die Ausführung der Datei noch als Cronjob ein, der einmal täglich zum Beispiel um 05h00 läuft.
Fertig.

Die Archivierung

Zu guter Letzt muss noch die Archivierung der Importierten Daten angestossen werden. Am Einfachsten geht das direkt über den Browser:
https://URL_Zu_Eurer_Matomo_Installation/misc/cron/archive.php?token_auth=Der_Token_den Ihr_im_Matomo_Backend_generiert_habt

 

Eleganter ist es auch diesen Task als Cronjob einzurichten:-)


Über den Autor:

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Ralf Kerkhoff

Ich bin Jahrgang 1962, geboren und aufgewachsen bin ich in Essen - also ein waschechtes Kind des Ruhrgebiets, wo ich auch bis zum Jahr 2004 gelebt habe. Inzwischen hat es mich an die Grenze Ruhrgebiet / Westliches Münsterland verschlagen.
Durch die schöne Landschaft im Münsterland hat sich auch meine Leidenschaft für die Fotografie entwickelt.


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